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TREND REPORT
Juni 2018 | Digital Finance 23
PSD2: Aufbruch zum Open Banking
Gastbeitrag von Oliver Dlugosch, CEO NDGIT GmbH
Banken werden von den Innovatio- nen der vielen neuen digitalen An- bieter sowie den Anforderungen der Gesetzgeber dazu gedrängt, sich zu verändern.
Die PSD2-Regulierung zwingt sie, Kontodaten für die sogenannten Drittanbieter, meistens neue digitale Unternehmen, zu vernetzen. Open Banking erlaubt es ihnen, die Zusam- menarbeit mit digitalen Partnern als Teil einer neuen Strategie zu sehen.
So können Finanzinstitute bspw. dem Kunden einen umfassenderen und tiefer gehenden Blick auf sein  - nanzielles Leben ermöglichen. In sei- nem Auftrag aggregieren sie die Kontodaten über alle Bankbeziehun- gen hinweg und bieten ihm digital tief gehende Finanzanalysen und da- rauf basierend Empfehlungen für neue, digitale Produkte.
Der Aufbau sogenannter Partner-Öko- systeme ermöglicht Banken, wie auf ei- nem Marktplatz, innovative Bankproduk- te und Funktionen von Dritten anzubie- ten. So erhalten Kunden bessere digitale Services und die Bank kann für und mit ihren Partnern mehr Produkte anbieten und am Ende auch mitverdienen. Vorrei- ter für digitale Ökosysteme ist etwa die Schweizer HBL, die bereits mit zehn Fin- Techs zusammenarbeitet und z. B. Bar- geldabhebungen via Smartphones in Restaurants anbietet. Technologische Grundlage dafür sind Plattformen wie NDGIT, die mit modernster API-Techno- logie die Vernetzung von Bankanwen- dungen und digitalen Unternehmen er-
möglichen und vernetzte API-Öko- nomien im Stile von Amazon oder Net ix auch im Banking etablieren.
Autobahnen des Bankings
NDGIT realisierte die erste API-Platt- form speziell für Banken, Versiche- rungen und FinTechs. Mit Open- Source-Technologien wurde sie über Jahre für die Anforderungen der Fi- nanzindustrie weiterentwickelt. Wir begleiten die Strategie vieler europä- ischer Banken von der PSD2 zum Open Banking mit dem Aufbau eige- ner Ökosysteme und Appstores.
https://nextdigitalbanking.com
„NDGIT ermöglicht Banken gleich- zeitig die PSD2 umzusetzen und ein zukünftiges Open Banking aufzu- bauen. Traditionelle Banken können sich mit digitalen Partnern vernet- zen und Ökosysteme mit den inno- vativsten Marktanbietern schaffen“, so Oliver Dlugosch, CEO NDGIT.
t„et“, führt Kühne hierzu aus. „Die Si- cherheit der Daten und der Schutz vor fremdem Zugri  ist eine weitere Grundvoraussetzung.“
Deutsche
Banken sind nicht in der Lage, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. “
„Dass ein System sicher ist, setzen die Kunden bei allem, was von der eigenen Bank oder Sparkasse kommt, schlicht voraus“, ist auch Ingo Limburg von
Euro Kartensysteme überzeugt. Chris- tian Schollmeyer vom Deutschen Spar- kassen- und Giroverband erhärtet diese Aussagen und zitiert hierzu aus einer aktuellen Studie: „Laut GfK haben 90 Prozent der Kunden großes oder sehr großes Vertrauen in die Bezahlverfah- ren der Banken und Sparkassen.“ Er ist der Ansicht, dass sich dies auch in der Nutzung der Kontaktlos-Technologie niederschlägt, und Ingo Limburg geht sogar so weit, es als eine „Grundvor- aussetzung“ zu betiteln. Um das ge- wachsene Vertrauen auch bei der Pay- ment-Lösung mit dem Smartphone nicht zu gefährden, soll auch hier ab 25 Euro wie gewohnt eine PIN eingege- ben werden, die im girocard-System le- diglich verschlüsselt übertragen wird.
Klaus-Peter Bruns, Vorstands- vorsitzender der Fiducia & GAD IT AG, möchte sich diesen Vertrauens- bonus mit einem für Banken eher un- konventionellen Geschäftsmodell zu- nutze machen. Mit GenoSharing.com soll es Kunden erleichtert werden, sel- ten benötigte Waren und Güter mit
anderen Menschen in der Region über eine Plattform gemeinschaftlich zu nutzen. „Gerade Leihen und Verleihen setzt gegenseitiges Vertrauen voraus“, erläutert er. Auf einer digitalen Platt- form, wo man sich in der Regel (noch) nicht persönlich kennt, ist dieses aller- dings nicht vorhanden. Hier treten die VR-Banken als Vertrauensbroker in Erscheinung und machen auf lokaler Ebene „den Weg frei für die urgenos- senschaftliche Idee des kollektiven Ko- Konsums“.
StauunddichterVerkehrkönnenschon ganz schön anstrengend sein. Vor allem als Mitglied der wachsenden Sharing Economy, wo keine Produkte, sondern nur Zeit mit Produkten erworben wird. Ein Stau erscheint da wie ein Artefakt aus längst vergangener, stehen geblie- bener Zeit. Doch allem Anschein zum Trotz läuft sie kostbar weiter.
#digitalbank #fintech #Banken
Trendstudie
Zahlen, bitte!
Seit 2008 führt die Deutsche Bundes- bank im Abstand von drei Jahren eine Haushaltsbefragung zum „Zahlungs- verhalten in Deutschland“ durch. Im Folgenden werden einige der wichtigs- ten Ergebnisse kurz vorgestellt:
• 74 % der Transaktionen wurden 2017 mit Banknoten und Münzen getätigt.
• Der Bargeldanteil am Umsatz der im Tagebuch erfassten Ausgaben macht nur noch 48 % aus.
• Der Anteil der Debitkarten am Um- satz ist auf 35 % gestiegen.
• Kontaktlose Kartenzahlungen wei- sen hohe Zuwächse auf. Erstmals ist ihr Anteil am Umsatz auf über 1 % gestiegen.
• Per Smartphone sowie mit Kunden- und Prepaid-Karten wird bisher kaum bezahlt.
• Bereits 5 % aller Befragten nutzen Apps, um Geld an Freunde und Be- kannte zu senden, obwohl sie in größerem Umfang erst im Jahr der Befragung eingeführt wurden.
• 88 % wollen auch in Zukun  unver- ändert mit Bargeld bezahlen und lehnen eine Abschaffung ab.
• 38 % aller Befragten finden, dass es zu lange dauert, bis bei Überwei- sungen das Geld auf dem Konto gutgeschrieben ist.
Quelle: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/ Downloads/Veroeffentlichungen/Studien/zahlungsverhal- ten_in_deutschland_2017.html

































































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