Page 18 - TREND REPORT Juni 2018
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18 Digitaler Zehnkampf | Juni 2018
TREND REPORT
Lösungen aber auch individueller und e zienter nutzen. Auf diese Weise bie- ten Cloud-Lösungen neben mehr Agi- lität auch Einsparpotenziale.“
Weitere Disziplinen, um die digitale Transformation in den Gri  zu bekommen, sind in Form von Ko- operationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zu sehen. Der Technologietransfer kann in Form von gemeinsamen Projekten oder mit der Beteiligung an Start-ups be ügelt wer- den. Zusätzlich sollte eine Art Trendra- dar im Unternehmen etabliert werden, um neue Technologien zu bewerten und diese eventuell selbst zum Einsatz zu bringen.
Neben diesen wichtigen Weichenstel- lungen muss sich aber auch einiges in den Köpfen verändern. Einige Unter- nehmen in Deutschland sind bereits gut für die digitale Transformation und Industrie 4.0 aufgestellt, Sorgen muss sich vor allem der Mittelstand machen. Das größte Problem ist: Der Mittel- stand investiert kontinuierlich zu we- nig. In der Breite haben mittelständi- sche Unternehmen heute immer noch große Schwierigkeiten, ihr Geschäfts- modell an die Umwälzungen anzupas- sen, die durch die digitale Transforma- tion entstehen.
Tipps und Tricks
Wir empfehlen einen Dreischritt: Ers- tens sollten abteilungsübergreifende  ink-Tanks gebildet werden, die Ide- en für zukünftige Geschäftsmodelle entwickeln. Zweitens sollten Partner aus der IT-Branche gesucht werden, die über ausreichende Referenzen ver- fügen. Und drittens raten wir an, die Kosten für die IT-Landschaft mit Cloud-Technologien zu senken. Die so freigesetzten Ressourcen könnten wie- derum in die Projekte der  ink-Tanks  ießen. Doch vielfach fehlt dem Mit- telstand noch die Bereitschaft, Ge- schäftsmodelle schnell und grund- legend zu verändern: Unternehmen müssen mutiger sein!
Das Internet ist ein Turbolader für die deutsche Wirtschaft. Die Zei- ten waren nie besser, digitale Ge- schäftsmodelle zu etablieren. Dies ha- ben  ndige FinTech-Unternehmen zum Anlass genommen, um schnell neue Services rund um den Zahlungsverkehr
zu generieren. Auch André M. Bajorat, einer der Vordenker der FinTech-Bran- che und des Digital Bankings, schreibt auf trendreport.de in seinem Gastbei- trag über die aktuell statt ndenden nachhaltigen Veränderungen im Ban- king und über die Chancen klassischer Banken. Christian Brüseke, General ManagervonAvoka,beschreibtdieSi- tuation ganz unverblümt: „Die digitale Transformation im Finance-Sektor wird wie die Axt im Walde sein. Wäh- rend Firmen, die anfassbare Produkte produzieren, noch etwas Zeit haben, hat die Finanzbranche keine.“
Finanzinstitute im Wandel
„Denn das Produkt der Banken ist seit Jahrzehnten bereits digital – Geld be- steht letztlich aus Einsen und Nullen. Daher wird, was wir im Zeitungsmarkt gesehen haben, auch im Banking pas- sieren.“ Brüseke fährt fort: „Dort ha- ben E-Commerce-Firmen mit Auto und Immobilien in kürzester Zeit die lukrativsten Bereiche an sich gerissen. Im Banking werden bald neue Player Bereiche wie Kleinkredit, Aktienhan- del, Payment&Co. dominieren.“ Da- bei haben die Finanzinstitute als wich- tiger Knotenpunkt zum Kunden alle Möglichkeiten, um ihr Geschäftsmo- dell zu transformieren. Banken sollten Ansprechpartner für alle  nanziellen Aspekte des Lebens werden.
UndschonwiederentstehenneueDis- ziplinen in Form von Robotic Process Automation und KI. Die neuen Tech- nologien bergen großes Einsparpoten- zial, auch für den deutschen Mittel- stand. Doch die Finanzbranche kommt nicht zur Ruhe, eine neue Disziplin muss jetzt gemeistert werden. Banken müssen jetzt dritten Zahlungsdien- steanbietern und anderen Banken Zu- gri  auf die Kontodaten ihrer Kunden gewähren. Mit der „Payment Service Directive 2“ (PSD2) wird die EU den Wettbewerb im europäischen Zah- lungsverkehr fördern und ihn damit si- cherer, bequemer und billiger machen. Dabei ändert sich nicht weniger als das gesamte Verhältnis zwischen Bank und Kunde.
#Digitalisierung #IoT #MobileEconomy
Prozesse definieren!
In den nächsten Jahren werden neue Technologien und bisher unbekann- te Arbeitsweisen in Unternehmen Einzug halten und unser gewohntes Arbeitsumfeld umkrempeln. Wie Un- ternehmen den Weg in die Digitali- sierung mit kompetenten Partnern gehen können, erläutert Jens Weller, Geschäftsführer der toplink GmbH, im Gespräch mit der Redaktion.
Herr Weller, welche technologischen Trends bestimmen die Zusammen- arbeit von morgen? Cloudcomputing und die Möglichkeit der Datenkommunikation von überall. Bemerkenswert dabei ist allerdings, dass diese Trends nicht von der Tech- nologie an sich vorgegeben werden, sondern vielmehr politische und de- mogra sche Faktoren als Treiber fun- gieren. Der Fachkräftemangel etwa sorgt dafür, dass die „Ich mach es selbst“-Mentalität ausgedient hat. Unternehmen müssen lernen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu kon- zentrieren und hinsichtlich der Tech- nologien mit den richtigen Partnern zusammenzuarbeiten.
Welche Partner sind die richtigen?
Denken Sie an die Kon ikte innerhalb der EU, unser Verhältnis zu den Ame- rikanern, den Russen etc. Dies gilt es zu bedenken, denn der potenzielle Partner soll womöglich Zugri  auf die Unternehmensdaten erhalten. Wenn Sie beispielsweise Daten in die Cloud legen – und Cloud-Lösungen werden immer wichtiger – dann brauchen Sie
Jens Weller, CEO von toplink: „Unternehmen sollten zunächst eine eigene ‚digitale Agenda‘ entwickeln.“
eine politische und datensicherheits- technische Verlässlichkeit. Schließlich soll Ihr Partner kein Risiko darstellen.
Wie begleiten Sie Ihre Kunden auf dem Weg zur Digitalisierung?
Unter dem Stichwort „Digitalisierung“ werden zu oft nur die Vereinfachung von Prozessen und die Reduktion von Kosten mittels neuer Technologien verstanden. Das Schlagwort vom „pa- pierlosen Büro“ kursiert in diesem Zu- sammenhang in den Unternehmen. Damit ist man weit entfernt von einer eigenen digitalen Agenda, die für das Unternehmen strategisch maßgebend sein sollte. Entscheidend ist nicht die Optimierung von Prozessen, sondern überhaupt erst einmal Prozesse zu de-  nieren, die gewollt sind. Wir gehen mit den Unternehmern, Betriebsrä- ten, Personalverantwortlichen usw. in Workshops, in denen wir gemeinsam das Zukunftsszenario erarbeiten.
Welche Rolle spielen Kommunikati- onslösungen dabei? Kommunikation muss der Belegschaft entsprechen, was individuell und ge- nerationsspezi sch unterschiedlich sein kann. Während ältere Mitarbei- ter eher die Arbeit mit dem Tischtele- fon bevorzugen, chattet die Genera- tion Z lieber. Dennoch müssen diese Mitarbeiter auch miteinander kom- munizieren können – und das idea- lerweise anytime, anywhere.
Was sind die größten Chancen der digitalen Transformation des Arbeits- platzes?
Mehr Flexibilität für den einzelnen Mitarbeiter. Variable, an Leistung ori- entierte Arbeitszeitmodelle werden immer populärer. Der einzelne Mitar- beiter wird dadurch freier in der Ent- scheidung, wann er wo arbeitet, ohne dabei für das Unternehmen an Per- formance zu verlieren. Dadurch wan- deln sich die komplette Arbeitsweise, die Mentalität und schließlich die Struk- tur des Unternehmens. Hier bieten wir cloudbasierte Lösungen an, die die- sen Wandel unterstützen – und sich dabei nahtlos in das Tagesgeschäft des Unternehmens integrieren lassen.
www.toplink.de









































































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