Page 13 - TREND REPORT Juni 2018
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TREND REPORT
Juni 2018 | Die vernetzte Gesellschaft 13
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gramm vereinen und eine holistische Perspektive auf den Prozess der Digita- lisierung in der Gesellschaft entwi- ckeln. Eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung besteht in der Siche- rung demokratischer Selbstbestim- mung und Teilhabe unter den Bedin- gungen der zunehmenden Digitalisie- rung und Automatisierung. „Dabei geht es sowohl darum, Entwicklungs- chancen für die Gesellschaft zu entde- cken, als auch darum, Risiken besser
einschätzen zu können. Das soll unse- rer Gesellschaft auf allen Ebenen er- möglichen, auf jeweils neue Herausfor- derungen evidenzbasierter als bisher zu reagieren. Leitgedanke ist dabei die Selbstbestimmung der Menschen als Individuen wie auch der Gesellschaft als Ganzes, die auch in neuen digitalen Umgebungen gesichert und gestärkt werden soll“, erklärte uns dazu Prof. Dr. Martin Emmer von der FU Berlin im Hintergrundgespräch.
Das Gründungsmitglied des Weizen- baum-Institutes beschäftigt sich mit den Forschungsfeldern Nutzung Digi- taler Medien und politische Kommu- nikation.
Aktuelles aus der Sharing Economy
Die zunehmende Vernetzung unserer Gesellschaft bringt neue Konsummo- delle hervor. Wenn es nach dem Willen der Konsumenten geht, haben Unter- nehmen der Konsumgüterbranche in Sachen Sharing Economy Nachholbe- darf in Deutschland.
Es scheint so, dass die Idee, Produkte auf Zeit zu besitzen und lediglich zu mieten, in Deutschland ein neues Le- vel erreicht hat. Aktuell testen gerade große deutsche Einzelhändler ein neu- es Geschäftsmodell, um ihre Waren zu- sätzlich zum Abverkauf noch zu ver- mieten. Dieses Vorgehen scheinen jun- ge Verbraucher auch zu fordern im Kontext ihrer neuen Mobilität und Flexibilität. Das ist der Trend der jun- gen Generation, die nicht mehr so viel
trendreport.de
Leitfaden
Visionen einer Gesellscha , in der Roboter das Ruder übernommen ha- ben, prägen das Weltbild von Technik- Skeptikern. Aber was ist denn über- haupt dran an diesen vermeintlich düsteren Zukun saussichten? Mukul Dhyani und sein Team berichten über Automatisierung in der Fertigung und die Veränderung der Arbeitswelt auf http:// trendreport.de/designengineering
Leitbild
Innovation lebt von Offenheit. Das Si- licon Valley macht es wieder einmal vor: Hier sind Coopetition und Open Source weit verbreitet. Und was machen wir? Entwickeln im Stillen. Wie es anders geht, berichten Prof. Dr. Martin Przewloka und Dr. Stephan Melzer. https://trend- report.de/braucht-deutschlands-au- tomobilbranche-neue-berater/
Vertrauensbroker in Zeiten der Share Economy
Gastbeitrag von Klaus-Peter Bruns, Vorstandsvorsitzender der Fiducia & GAD IT AG
Die Share Economy setzt kollektive Nutzung an die Stelle individuellen Eigentums: Temporärer Gebrauch
steht vor dauerhaftem Besitz. Dieses Credo greift die Genossenschafts- idee aus dem 19. Jahrhundert auf und formuliert sie für die digitale Ära neu. Mit dem Unterschied allerdings, dass man sich in früheren Genossen- schaften noch persönlich kannte. Heute jedoch handelt es sich um vir- tuelle Kollektive, die sich digital zu Communitys zusammenschließen.
Persönlich kennt man sich in solchen Communitys normalerweise nicht – gleichwohl müssen alle einander ver- trauen. Es ist also ein Partner nötig, der für gegenseitiges Vertrauen sorgt. VR- Banken sind dazu prädestiniert, da sie selbst Gemeinschaften auf Gegensei- tigkeit sind. Wie sie ganz konkret diese Rolle eines Vertrauensbrokers ausfül- len können, veranschaulicht die neue Verleih-Plattform GenoSharing.com, die noch im laufenden Jahr in die „Fa- mily & Friends“-Testphase geht. Mit GenoSharing.com erhalten Nutzer künftig die Möglichkeit, über eine ver- trauenswürdige Plattform das nach-
haltige Partizipationsmodell der Share Economy zu nutzen.
Digitale Plattformangebote wie Ge- noSharing.com sind von großer Be- deutung für die Wettbewerbsfähig- keit der Genossenschaftsbanken. Denn sie zeigen, inwieweit unkon- ventionelle Geschäftsmodelle ihre Wertschöpfung intensivieren kön- nen. Beispielsweise arbeitet die Fidu- cia & GAD momentan an einer über- regionalen Plattform, mit der VR-Ban- ken künftig auch für bankfremde Ökosysteme als Vertrauensbroker im digitalen Raum agieren können – etwa für Online-Portale von Stadt- werken, lokalen Tauschbörsen oder digitalen Bürgerangeboten.
Eine solche übergreifende Drehscheibe versetzt Genossenschaftsbanken dann in die Lage, ihre traditionelle Stärke der regionalen Verwurzelung auch im digi- talen Zeitalter in einen Wettbewerbs- vorteil umzumünzen – und zwar durch noch mehr Kundennähe.
Das Plattformkonzept der Fiducia & GAD ermöglicht den VR-Banken über- dies, den digitalen Wandel in ihrer Re- gion aktiv mitzugestalten. Das betri t zum Beispiel Trends wie Industrie 4.0 oder additive Fertigung, von denen Analysten auch in Hochlohnländern eine Wiederbelebung der regionalen Warenproduktion erwarten: Hierbei könnte eine Firmenkundenplattform, ähnlich wie GenoSharing.com aufge- baut, bremsende Investitionshürden aus dem Weg räumen.
Denn durch kollektive Nutzung neues- ter Technologien bekämen auch kleinere Mittelständler mit nur sporadischem Bedarf die Chance zur additiven Ferti- gung hochwertiger Einzelstücke oder Kleinserien. Die Genossenschaftsidee aus dem 19. Jahrhundert manifestiert sich in einer solchen Digitalplattform erneut: Der Grundgedanke erweist sich somit als zeitgemäß und genauso vital wie am ersten Tag.
www.fiduciagad.de
Wie sich der genossenschaftli- che Grundgedanke in digitalen Plattformen manifestiert, schil- dert Klaus-Peter Bruns.
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