von Andreas Fuhrich

Hermetia illucens – die Schwarze Soldatenfliege – liefert nicht nur nachhaltiges Tierfutter, sondern auch Rohstoffe für die Industrie können aus Ihrer Larve gewonnen werden.

Soja und Fischmehl dienen oft als Basis für Futtermittel mit verheerenden Folgen für die Umwelt. So trägt der massenhafte Fischfang zur Überfischung der Meere bei und Soja wird vielfach in Regenwaldgebieten angebaut, die zuvor gerodet wurden. Fliegenlarven bieten sich hier als nahrhafte Alternative an. Als wahrer Nimmersatt erweist sich dabei die Larve der Schwarzen Soldatenfliege, die so wohl genährt ist, dass sie als adultes Insekt keine Nahrung mehr zu sich nimmt. Dabei vermehrt Sie sich enorm schnell und ernährt sich ganz im Sinne einer optimalen Kreislaufwirtschaft von Abfällen.

Das LIFE-Programm als Finanzierungsinstrument der EU für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen unterstützt unter dem Titel Waste2Protein eine „Pilotanlage zur Herstellung von Insektenproteinen aus Bioabfällen als nachhaltige Alternative zu Fisch- und Sojamehl für Tierfutter mit 1,238,001 Euro. (55% des Gesamtbudgets von 2,795,247 Euro)

„Viele Reststoffe aus dem Handel oder der Industrie können nicht mehr verwendet werden, wie beispielsweise als Futtermittel für Nutztiere wie Hühner, und werden oft leider gar nicht mehr genutzt. Sie landen größtenteils auf Deponien, vielleicht sogar Komposthaufen, bestenfalls in Biogasanlagen. Da die Larven der Schwarzen Soldatenfliege genau diese Reststoffe noch verwerten können, entsteht auf diese Weise eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft,“ heißt es hierzu auf der Homepage der madebymade Gmbh, welche die geförderte Fliegenzuchtanlage in Pegau bei Leipzig betreibt.

Ein weiterer Pilotbetreib zur Fliegenzucht existiert auch in Bremen. Neben Tierfutter wird die Fliege dort unter dem Label Farmcycle auch zur Produktion von Öl genutzt. Je nach Fütterung besteht die Larve aus 30- 85% Fett. Das Fett ist ein natürlicher Lieferant von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren und die werden in der Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Was am Ende nach der Verwendung als Futtermittel oder Öl noch übrig bleibt dient als kraftvoller Dünger.

Am Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig arbeitet man gemeinsam mit der Hermetia Baruth GmbH im Rahmen des BMBF-Verbundvorhabens Competitive Insect Producht (CIP) an weiteren Verwendungsmöglichkeiten. Vor allem erdölbasierte Produkte sollen dabei durch biobasierte Produkte ersetzt werden, wobei die Wettbewerbsfähigkeit von zentraler Bedeutung. „Unser Hauptansatz sind derzeit Olefine. Wir fokussieren uns auf biologisch abbaubare Hochleistungsschmierstoffe für Stoßdämpfer oder Leichtlauföle“, erläutert der Biotechnologe und Projektleiter Harald Wedwitschka. Die besondere Konkurrenzfähigkeit entsteht dadurch, dass diese Fette dort eingesetzt werden können, wo mineralölbasierte Stoffe aus Gründer des Gewässerschutzes nicht verwendet werden dürfen. Auch bei technischen Anlagen der Lebensmittelindustrie sind erdölbasierte Fette unerwünscht. Zuletzt hat Wedwitschka bei seiner Forschung auch den an Nachhaltigkeit interessierten Endverbraucher im Kopf. „Auch viele Fahrrad- oder Motorradfahrer möchten biobasierte und biologisch abbaubare Kettenöle.“

Bildlizenz: „A Hermetia illucens, Black soldier fly. Pictured in Dar es Salaam, Tanzania“ von Muhammad Mahdi Karim, GFDL 1.2

Textlizenz:

CC BY-SA 4.0 DE

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