Die Lieferantenbeziehung vom ersten Tag an stärken

Warum Unternehmen in Lieferantenbeziehungsmanagement investieren sollten und so ihre Lieferkette stärken


Autor: Mikkel Hippe Brun
Co-Founder und Senior Vice President, Greater China bei Tradeshift

Wie jede Beziehung erfordert auch die Partnerschaft mit Lieferanten Pflege, Zusammenarbeit und Investitionen. Für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb ist es entscheidend, dass Lieferanten die Anforderungen erfüllen und ihre Versprechen einhalten.

Ein Netzwerk aus vertrauenswürdigen Lieferanten baut Spannungen ab und fördert eine belastbare Lieferkette. Wie bewerkstelligen Unternehmen das am besten? Wie lassen sich Beziehungen pflegen, ohne eine gegenseitige Abhängigkeit zu schaffen?

Die Antwort ist ein professionellen Lieferantenbeziehungsmanagement (Supplier-Relationship-Management, SRM).

Lieferantenbeziehungen richtig angehen

Wenn Unternehmen die Feinheiten ihrer Lieferantenbeziehungen verstehen, können sie und ihre Lieferanten besser auf die Bedürfnisse des jeweils anderen eingehen und Möglichkeiten zur Verbesserung finden. Auf drei Hauptbereiche sollten Unternehmen sich konzentrieren:

  1. Bewertung der Beziehung
    Dieser Bereich umfasst sowohl die Erstbewertung als auch die laufende Bewertung aktueller Lieferanten. Bevor Unternehmen eine Partnerschaft mit einem Lieferanten eingehen, müssen sie bewerten, ob er die Anforderungen erfüllt. Ist er in der Lage, Bestellungen pünktlich und in guter Qualität zu liefern? Verfügt er über eine starke Kommunikationsstruktur? Ist er zuverlässig?

    Ist die Entscheidung gefallen, sollten Unternehmen die Effektivität des Lieferanten beständig prüfen. Erbringt er die erwarteten Leistungen? Oder hinkt er in bestimmten Bereichen hinterher? Keine Geschäftsbeziehung funktioniert auf Dauer, wenn Verantwortlichkeiten, Bedürfnisse und Erwartungen nicht regelmäßig kommuniziert und untereinander abgestimmt werden.

  2. Pflege der Partnerschaft
    Unternehmen und Lieferanten können ihre Partnerschaft durch eine transparente, kommunikative und kooperative Beziehung stärken. Es mag sich unangenehm anfühlen, Bedürfnisse und Erwartungen mit einem Lieferanten zu besprechen. Aber dies ist ein Gespräch, von dem beide Parteien profitieren. Als kritische Komponente für den gemeinsamen Erfolg ist es wichtig, eine ehrliche Kommunikation aufzubauen. Wenn sowohl das Unternehmen als auch der Lieferant sich ändernde Bedürfnisse und Erwartungen mitteilen, stärkt dies die gegenseitige Beziehung und schafft eine authentische Verbindung.

  3. Wertschöpfung
    Unternehmen und ihre Lieferanten sollten immer auf der Suche nach Möglichkeiten sein, ihrer Beziehung zusätzlichen Wert zu verleihen. Sie sollten die Prozesse auf Lücken oder potenzielle Hindernisse analysieren und Bereiche benennen, bei denen Verbesserungsbedarf besteht.  Wo kann der Lieferant durch Produktlinienerweiterungen oder Produktivitätssteigerungen einen Mehrwert schaffen?
    Der Wert unterstreicht die Beziehung zwischen dem Lieferanten und dem Unternehmen. Er ist beständig – im Gegensatz zu den Anforderungen an die Partnerschaft, die sich im Laufe des Lebenszyklus ändern können.

 Warum sich die Investition lohnt: Vorteile von SRM

Unternehmen, die eine effektive SRM-Strategie umsetzen, profitieren von den folgenden Vorteilen:  

Lieferantenbasis effektiv verwalten

Globalisierte Geschäftsprozesse ermöglichen es Unternehmen, sich mit Lieferanten auf der ganzen Welt zu verbinden. Sobald die Anzahl der verfügbaren Lieferanten steigt, erhöht sich auch der Verwaltungsaufwand. Für viele Unternehmen bedeutet dies, dass ihre Geschäftsprozesse komplexer und anspruchsvoller werden. Den Lebenszyklus von Hunderten von Lieferanten zu verwalten und gleichzeitig gute, starke Beziehungen zu wichtigen Lieferanten aufzubauen und zu pflegen, ist keine leichte Aufgabe. Wenn Unternehmen sicherstellen, dass ihr Lieferantenmanagementprozess ein Beziehungsmanagement beinhaltet, wird es einfacher, die wachsende Lieferantenbasis zu verwalten.

Wert schaffen und Kosten reduzieren

Um das Top-Management zufrieden zu stellen, müssen Führungskräfte den Wert jeder Geschäftsbeziehung nachweisen. Es gilt schnell und effizient Kosteneinsparungsmöglichkeiten innerhalb der Lieferkette zu identifizieren. Die Leistung der Lieferanten steht auf dem Prüfstand, da sie sich direkt auf den Gewinn des Unternehmens auswirkt. Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, schnell auf gestörte Märkte zu reagieren und Ausgaben einzusparen, wo immer es möglich ist. Erhöht sich der Wert der Lieferantenbeziehung können beispielsweise Bestände an Rohmaterialien, Halbfertigprodukten und Fertigprodukten, die ein Unternehmen aus Sicherheitsdenken über den Bedarf vorhält, reduziert werden.

Gezielte Datenanalyse für Effizienzsteigerungen

Mit dem Wachstum des Lieferantenstamms wächst auch die Menge der verwertbaren Informationen. Um den Zeitaufwand für die Datenerfassung und -analyse gering zu halten, sollten Unternehmen wertvolle Informationen und Daten über die Lebenszyklen ihrer Lieferanten rationalisieren. Die Anzahl der Lieferanten, zu denen Unternehmen gute Beziehungen haben, korreliert direkt mit ihrer Fähigkeit, Daten zu rationalisieren, effektiv zu analysieren und einen Plan für weitere Effizienzsteigerungen zu erstellen.

Compliance in der Lieferkette einhalten

Die Nichteinhaltung von Vorschriften ist eine der größten finanziellen Belastungen für Unternehmen. Daher ist die Sicherstellung der Compliance-Einhaltung ein wichtiges Schlüsselelement bei der Verwaltung von Lieferantenbeziehungen. Mit einem Lieferantenmanagementsystem können Unternehmen in Echtzeit sehen, welche ihrer Lieferanten die Compliance einhalten und welche nicht.

Risikovermeidung und Frühwarnzeichen

Wenn Unternehmen ihren Lieferantenstamm erweitern, erhöht sich auch das Risiko. Je komplizierter Prozesse und Lieferkette werden, desto größer sind auch die Risiken. Eine Möglichkeit, damit umzugehen, besteht darin, in den Aufbau einer starken Lieferantenbeziehung zu investieren. Mit einem Lieferantenmanagementprozess können Unternehmen das Risikopotenzial frühzeitig einschätzen und Zeit sowie Kosten minimieren.  

Einblicke + Echtzeit-Transaktionsdaten = Wert vom ersten Tag an

Von einem starken Prozess für das Management von Lieferantenbeziehungen profitieren Unternehmen genauso wie Lieferanten. Wenn Unternehmen mit ihren Lieferanten eng zusammenarbeiten, kommt die daraus resultierende stabile Beziehung beiden Organisationen zugute. Die Nutzung eines Prozesses, der die Kommunikation fördert, Vertrauen schafft und Transparenz bietet, kann eines der wichtigsten Mittel sein, um die Lieferkette zu stärken.

Globale, digitale Netzwerke bieten Unternehmen und Lieferanten neben einem benutzerfreundlichem Dashboard vor allem zusätzliche Transparenz, einen Einblick in Transaktions- und Zahlungsanalysen, Kommunikation in Echtzeit und Mehrwert Services wie beispielsweise Steuerberechnung, grenzüberschreitende 24-Stunden-Zahlungen, Firmenzahlungen, Betrugsbekämpfung, Auftragszusammenarbeit, Erkennung von Zwangs- und Kinderarbeit etc. Der Wert der Lieferantenbeziehung erhöht sich damit direkt vom ersten Tag an.

Checkliste für das Lieferanten-Onboarding (auf Englisch): https://hub.tradeshift.com/supplier-management/supplier-onboarding-checklist

Autor Mikkel Hippe Brun

Mikkel Hippe Brun ist Co-Founder und Senior Vice President, Greater China bei Tradeshift, einer globalen Handelsplattform, die Käufer und Verkäufer miteinander verbindet. Er ist außerdem CEO und General Manager von Tradeshift China, das sowohl inländischen als auch ausländischen Unternehmen, die in China tätig sind, Zugang zur Tradeshift-Plattform bietet.

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