Die digitale Transformation in der Montageplanung

Zusätzlich haben wir eine Fülle nützlicher Funktionen und Sichten bereitgestellt, die es in der analogen Welt nicht gibt. Dort ist oft bereits die Suche nach einem Kärtchen mit bestimmtem Inhalt langwierig und ein offenes Fenster kann eine unerwünschte Neuplanung auslösen.

Dagegen ist die Graphische Abtaktung gefeit. Sie nimmt dem Anwender die Angst vor Fehlern durch eine unlimitierte Undo-/Redofunktionalität. Die Software kann sich beliebig viele Varianten einer Abtaktung innerhalb eines einzigen Modells merken. Das geschieht extrem platzsparend in Form reversibler Aktionen. Diese speichern nur die Aktion, ihre Umkehrung, die Uhrzeit und den Verursacher.

Die Graphische Abtaktung verfügt über mächtige Transformationsfunktionen und kann die Planung von einer Derivatssicht z. B. in eine simultane Motorsicht transformieren, die die Schwimmbahnen über den verschiedenen Motoren aufbaut. All dies hilft dem Anwender visuell zu erkennen, welche Eigenschaften – wie etwa Derivat, Motor oder Lenkung – für die unterschiedlichen Arbeitszeitniveaus verantwortlich sind. Starke Spreizungen stehen der Prozessstabilität nämlich entgegen.

Agile Softwareentwicklung

Agile Softwareentwicklung bedeutet ein anderes Verständnis der Software-Herstellung. Weg vom „Plan – Build – Run“ zum „Testen am Projekt“. Hierbei wird die Software immer wieder während des Entwicklungsprozesses gestestet, verändert und wieder zur Verfügung gestellt. Die Nutzer stehen in enger Interaktion zu den Programmierern.

Die Graphische Abtaktung besitzt leistungsfähige graphische Filter-, Such- und Positionierfunktionen. Anwender können so Filter zur Laufzeit basierend auf automatisch aus den Daten ermittelten Basisfiltern nahezu beliebig zu neuen Filtern kombinieren. Diese Filter sind wiederum Bausteine, die auch gespeichert und weiterkombiniert werden können.
Um Aussagen über Auslastung, Stabilität und Wertschöpfung zu treffen, haben wir Maße und Berechnungsverfahren definiert und aussagekräftige Diagramme gestaltet. Schwimmbahn und Diagramme haben wir bidirektional gekoppelt. So können Informationen in beide Richtungen fließen und Auswirkungen von Interaktionen werden in alle Sichten propagiert. Der Anwender sieht beim Verschieben eines Montagevorgangs sofort die Auswirkung auf die Planungsziele und klickt er auf ein Balkensegment im Wertschöpfungsdiagramm, wird die Schwimmbahn positioniert und graphisch nach Wertschöpfungstyp gefiltert. Es herrscht absolute Planungstransparenz.
So schufen wir eine digitale Schwimmbahn-Welt, die den Anwendern vertraut ist und zusätzlich über hochwertige Funktionen verfügt, welche es weder in der Kärtchen- noch der Tabellenwelt gab.

Anschließend haben wir echte Ordersequenzen der Vergangenheit eingebunden, um die Pläne an der Realität zu messen. Dazu muss man zunächst für die Orders eines Monats die Arbeitszeiten der auszuführenden Montagevorgänge pro Takt berechnen und sie nach Wertschöpfungskategorien aggregieren. Daraus kann man dann die Werte für die taktspezifische Auslastung, Stabilität und Wertschöpfung ableiten. So lassen sich die geplanten mit den erreichten Zielen vergleichen. Die Einbindung der Ordersequenzen eröffnet weitreichende Möglichkeiten. Sie lässt erkennen, ob die reale Auslastung einer bestimmten Schicht mit der monatlich geplanten konform war oder ob durch Schwankung Über- oder Unterkapazitäten auftraten. Man kann die Auslastung feingranular auf Orderebene im zeitlichen und räumlichen Verlauf analysieren und erkennen, ob an einem bestimmten Takt für einen Mitarbeiter mehrere Orders mit zu hoher Auslastung direkt aufeinander folgten oder sogar mehrere Takte im gleichen Bauraum von eine Auslastungswelle überrollt wurden.

Verschiedene Varianten eines Plans lassen sich gegen eine bestimmte Ordersequenz prüfen oder verschieden Ordersequenzen gegen einen Plan, indem bestimmte Teilmengen der Orders verändert werden. Das ist für die Orders der Vergangenheit zwar aufschlussreich, aber für künftige Orders noch viel interessanter, wenn man die Planung direkt auf dem Orderstrom aufsetzt.

 

Der Orderstrom kann als Ausgangspunkt für das agile, digitalisierte Unternehmen dienen.

 

Der Orderstrom reicht idealerweise von der Vergangenheit bis weit in die Zukunft, von gebauten Fahrzeugen über eingeplante Aufträge bis hin zu virtuellen künftigen Planaufträgen. Der Übergang ist kontinuierlich. Im Orderstrom stecken dann alle Informationen und sogar die Korrelation der Ausstattungen. Man muss ihn nur konform mit den Produktdaten erzeugen. Dazu ist es nötig, dass auch die Produkte der Zukunft regelkonform über Stammdaten definiert werden. Das kann natürlich noch nicht vollständig sein, eventuell benötigt man Platzhalter. Auch das sollte ein agiler Teilprozess sein.
Aus der monatlichen Planung wird ein dynamischer Plan, aus dem die benötigten Werker-Kapazitäten automatisch und schichtspezifisch berechnet werden können. Koppelt man den Plan in Echtzeit mit dem Orderfluss, kann man Kapazitätsengpässe zeit- und ortsgenau erkennen. Neben dem „offiziellen Orderstrom“ können mit Varianten des Orderstroms Szenarien in Echtzeit geprüft und beliebige „Was-wäre-wenn“-Spiele durchgeführt werden.
Man kann den Orderstrom direkt mit einer Bedarfsrechnung verknüpfen und die für die Orders benötigten Teile berechnen. Die zusätzliche Teilesicht ist ein Gewinn für die Montageplanung. Sie ist aber auch als Sicht über künftige Bedarfe für andere Abnehmer interessant z. B. für den Einkauf, der mit einem Lieferanten über künftige Teilemengen verhandelt, oder die Werks- oder die Personalplanung.

Der Orderstrom kann als Ausgangspunkt für das agile, digitalisierte Unternehmen dienen.

Weitere Informationen unter:
www.sulzer.de

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