Daten und die Digitale Transformation

Wir befinden uns mitten im Prozess der Digitalen Transformation.

Wie lange dieser unsere Gesellschaft noch beschäftigen wird, vermag niemand zu sagen. Sein Beginn ist jedoch präziser zu bestimmen: seit dem Aufkommen von digitalen Techniken wie Netzen, Computer Hardware, Smartphones und Apps schreitet die Transformation voran. Sie betrifft Menschen, Unternehmen, die Wissenschaft, die Politik – kurz gesagt uns alle.

Was uns Musik über die digitale Transformation verrät

Ein Beispiel, das die Transformation gut illustriert, ist die Rezeption von Musik. Die Schallplatte als analoger Tonträger bietet für diese Betrachtung den Ursprung. Im Rahmen der Digitisierung (die im Deutschen auch gerne mit Digitalisierung gleichgesetzt wird, obwohl eine feinere Nuancierung der Begrifflichkeiten sinnvoll ist) entstand die CD als digitales Äquivalent – sowohl in Form als auch Nutzen. Die Digitalisierung brachte im nächsten Schritt den iPod hervor: eine echte Veränderung der Musikindustrie durch neue digitale Prozesse.

Damit entwickelte sich ein neues Ökosystem für den Musikkonsum. Musik ist nun haptisch nicht mehr erlebbar und erfordert einen zusätzlichen Prozessschritt durch die Synchronisierung mit einem Computer. Hörer, die Alben erwerben oder ihre physischen Tonträger digitalisieren, legen diese nun in einer digitalen Bibliothek ab. Playlists sind die neuen Mixtapes. Schließlich wurde als Produkt der digitalen Transformation mit dem Dienst Spotify (und seinen Wettbewerbern) eine komplett neue Lösung in diesem System präsentiert. Monatlich kündbare Flatrates bieten den Nutzern eine von Beginn an digital gedachtes Geschäftsmodell.

Credits von links nach rechts: Micheile Henderson, Brett Jordan, Ruijia Wang, Omid Armin (alle auf unsplash)

Welche Rolle Daten in der digitalen Transformation spielen

Ein Phänomen der Digitalen Transformation ist die Hauptrolle, die den Daten zukommt. Die Datenmengen werden immer größer. Das liegt einerseits daran, dass wir stetig neue Sensoren entwickeln, die Daten sammeln. Und andererseits versuchen wir immer stärker, mit den Daten zu arbeiten und Insights zu generieren (Stichwort „Big Data“ sowie „Business Intelligence“) – weitere Daten also.

Bereits wenn wir ein einzelnes Unternehmen betrachten, sind die darin anfallenden und zu verarbeitenden Datenmengen vom menschlichen Verstand nicht mehr fassbar. Deshalb benötigen wir eine Art Intelligenz, um den Umgang mit Ihnen zu bewältigen. Das muss nicht gleich eine selbstlernende Künstliche Intelligenz sein; ein mehr oder minder einfacher Algorithmus ist geläufiger und zumeist zielführend. 

Ein typischer Job für Werkstudenten – neben vielen anderen – ist beispielsweise die manuelle Pflege und Bereinigung von Daten in Datenbanken wie CRMs, ERPs oder PIMs. Diese Tätigkeit lässt sich gut in digitalisierter Form von einer Software erledigen. Insbesondere einfache repetitive Aufgaben eignen sich dafür. Programmierer können mit einmaligem Aufwand Code schreiben, der diese Aufgaben dann automatisiert erledigt. Im nächsten Schritt lässt sich sogar das Ausführen des Codes mit einer Regel beim Eintreten bestimmter Ereignisse initiieren. Auf der Meta-Ebene würde wiederum eine Künstliche Intelligenz selbst in der Lage sein, die Software zu schreiben.

Weshalb Kontrollverlust auch Freiheit bedeuten kann

Aber zurück zu unserem Kernthema: Die Digitale Transformation. Sie geht mit Kontrollverlust einher. Vorgänge spielen sich in einer Blackbox ab, deren Funktionsweise nur wenige kennen. Bezugnehmend auf das obige Beispiel bedeutet das: Konnten wir früher die Rillen der Schallplatten fühlen und den darin versteckten Code zumindest erahnen, so haben heute lediglich Programmierer den Durchblick bei der Funktionsweise von digitalen Produkten. Aber die Verlagerung in die Blackbox ist unglaublich hilfreich und entlastend! Der steigenden Komplexität in der modernen Arbeitswelt kann durch nutzerorientierte, effizienzsteigernde Tools begegnet werden, damit sich Mitarbeiter auf das Wesentliche konzentrieren können: die Erreichung der digitalen Vision ihrer Organisationen.

Es wird gemunkelt, dass irgendwann nur noch Unternehmen bestehen können, die digitale Produkte anbieten. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist fraglich. Aber tatsächlich können Firmen nur dann Wettbewerbsvorteile sichern, wenn sie die Wertschöpfung so digital gestalten wie es für ihr Geschäftsmodell erfolgssteigernd ist.

Beispiel: Die Hilti Cloud

Hilti, bekannt als Werkzeughersteller, partizipiert in der digitalen Transformation durch die aktive Erschließung neuer Geschäftsfelder. Um sich weiterhin in der Bauindustrie behaupten zu können, erweiterte Hilti das Produktportfolio um Softwarelösungen – „in der Planung, auf der Baustelle, beim Gebäudemanagement“. So ernennt Hilti die vorhandenen Daten zum Asset und bietet den Kunden eine elektronische Schnittstelle als zusätzlichen Servicekanal an, Hilti hat damit die Wichtigkeit von Produktdaten erkannt, die in der nachgelagerten Wertschöpfungskette für Händler, Kunden, Reparaturdienste, etc. einen sehr hohen Wert haben und Wettbewerbsvorteile sichern.

Fazit:

Die Digitale Transformation erschließt bisher ungeahnte Datenlandschaften. Die Grundlage für valide Entscheidungen und erfolgreiche Geschäftsmodelle ist jedoch eine einheitliche, qualitativ hochwertige Datenbasis. Nach innen gerichtet, besteht die Herausforderung für Unternehmen darin, passende Prozesse und IT-Systeme zu finden, damit ihre Mitarbeiter auf sämtlichen notwendigen Endgeräten Zugriff auf alle benötigten Daten erhalten. Nach außen gerichtet gilt es, auf Basis der integrierten Daten neues Erlebnis für die Kunden zu schaffen.

Über den Autor

Dr. Tobias Brockmann ist Mitglied im Fachbeirat des DataCampus und zuständig für das Ressort Stammdatenmanagement. Darüber hinaus engagiert er sich in den Arbeitskreisen BigData und DataQuality der Netzgesellschaft Bitkom

Quellen:
Digitale Transformation | Alles zum Thema | t3n digital pioneers: https://t3n.de/tag/digitale-transformation/. Abrufdatum: 14.09.2020.
Tiemeyer, E. (2020): Handbuch IT-Management. Konzepte, Methoden, Lösungen und Arbeitshilfen für die Praxis. 7. Aufl. Carl Hanser Verlag München.
Software Überblick – Hilti Deutschland: https://www.hilti.de/content/hilti/E3/DE/de/engineering/software/all-software-solutions.html. Abrufdatum: 14.09.2020

Aufmacherbild / Quelle
Credits: Micheile Henderson on unsplash, Brett Jordan on unsplash, Ruijia Wang on unsplash, Omid Armin on unsplash (von links nach rechts)


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