Das „Post-Corona-Office“: Raumqualität zählt

Timo Brehme, Gründer und einer von vier geschäftsführenden Gesellschaftern von CSMM – architecture matters, schreibt über das „Post-Corona-Office“.

Im Post-Corona-Office zählt die Flächenqualität. Es darf nicht nur um die reine Fläche an sich gehen, sondern die Nutzung muss den Ausschlag geben. Dieser Gedanke scheint längst noch nicht genügend Einzug gehalten zu haben, wie Timo Brehme erläutert. (Bildquelle: CSMM architecture matters; Eva Jünger)

Wird durch die Pandemie mehr oder weniger Fläche gebraucht? Meiner Meinung nach ist diese Frage zu eindimensional. Es ist ein Fehler, überwiegend über Quantität zu diskutieren. Es braucht stattdessen eine Diskussion um Qualität. Weg vom zahlengetriebenen Blick auf die Quadratmeter, hin zum Blick auf den erwünschten Output. Auch wenn wir kurzfristig die Kosten senken können, indem wir Flächen reduzieren: Die Mitarbeiter*innen als wichtigste Ressource im Unternehmen müssen vielschichtiger betrachtet werden. Die Büroräume müssen ihren Arbeitsbedarfen entsprechen und so konzipiert sein, dass sie sich wohlfühlen um bestmögliche Leistungen erbringen zu können.


Jetzt ist der richtige Zeitpunkt in New Work zu investieren und traditionelle Bürostrukturen zu überdenken. Wir glauben bei CSMM an den Möglichkeitsraum als mitarbeiter*innenfreundliche Lösung. Dieses Büro der Zukunft bietet nicht nur mehr Raum für Mitarbeiter*innen, sondern Flexibilität in räumlicher wie personeller Hinsicht. Während Kolleg*innen beispielsweise konzentrierte Schreibarbeiten an mehreren Tagen in der Woche im Homeoffice erledigen können oder in spezifisch dafür konzipierten Rückzugsräumen im Büro, spielen sich Besprechungen und Kreativmeetings in großzügig gestalteten Teamräumen ab. Ausreichend Raum für diesen persönlichen Austausch einzuplanen, halten wir für extrem wichtig. Grundsätzlich steigt der Bedarf an gemeinschaftlich genutzten Flächen im Büro. Das ist ein Trend den wir schon seit Jahren beobachten. Nur wurde diesem Bedarf nicht in dem Umfang entsprochen wie es nötig gewesen wäre. Die Erfahrung der Pandemie unterstreicht jetzt noch mal die Dringlichkeit.

Trend zur Hybridisierung

In der hybriden Arbeitsweise zwischen Büro, der mobilen Arbeit an dritten Orten und von zu Hause wird es in Arbeitsräumen vieler Unternehmen künftig überwiegend keine feste Zuordnung von Arbeitsplätzen und Mitarbeitenden mehr geben. Desk Sharing mit flexibler Arbeitsplatzwahl gilt als Modell der Zukunft. Aus diesem Grund müssen die Nutzer*innen von Büroimmobilien mit ihren Bedürfnissen im Fokus stehen. Hybride Bauten, die sich sowohl durch Nutzungsvielfalt und Erlebnisqualität auszeichnen als auch flexibel und dadurch langfristig angelegt sind bieten hierfür die architektonische Lösung.

Nachhaltigkeits-Potenzial findet sich auch in sogenannten »hybriden Gebäuden«, die eine Mehrfachnutzung ermöglichen. Ein Raum der tagsüber als Büro genutzt wird, kann durch die Umpositionierung von mobilen Trennwänden mit relativ wenig Aufwand zum Beispiel in eine Bar umgewandelt werden. Oder in ein Yogastudio. Bisher haben Architekten Räume zu sehr auf eine einzige Nutzungsform beschränkt und gedacht. Diese mentalen Barrieren gilt es zu überwinden und dadurch mehr Nutzen aus vorhandenen Raumressourcen zu ziehen. Zudem können Eigentümer und Projektentwickler auf diese Weise dem Bedürfnis der Menschen nach neuen Arbeitsformen entgegenkommen – was ihre Objekte für den Markt attraktiver macht.

Veränderte Rahmenbedingungen

Die Gesellschaft kann sich nicht dauerhaft einsperren, langfristig müssen wir unsere Umgebung so gestalten, dass sie sich flexibel auch an Pandemie Situationen anpassen lässt. Das gilt für alle Büroflächen, auch für Co-Working Spaces mit unterschiedlichen Gründern. Voraussetzung bleibt immer ausreichend Raum um Abstandsregeln einhalten zu können und ein ausgeklügeltes Hygienekonzept. Dazu gehören beispielsweise auch eine Ausstattung mit leicht zu reinigenden Oberflächen und die erforderliche technische Ausrüstung um digital arbeiten zu können. Für Mitarbeiter*innen, die in den nächsten Monaten allmählich an ihre Arbeitsplätze in den Büros zurückkehren, gelten jetzt veränderte Rahmenbedingungen. Viele Unternehmen gehen schrittweise vor und holen die Menschen gruppenweise zurück. Dabei stellen sich viele organisatorische Fragen. Was lässt sich aus der Homeoffice-Phase übernehmen? Was muss sich im Büro mittel- und langfristig ändern, um auch neuerlichen Pandemien oder einer weiteren Welle zu begegnen? Dabei steckt die größte räumliche Herausforderung in den Gemeinschaftsflächen wie Toiletten und Teeküchen, den Team- und Konferenzräumen. Diese sind tendenziell eher zu klein, um Abstandsregeln einzuhalten. Ein Open Space Büro mit großzügigem Raumkonzept bietet hier flexible Lösungen zur Anpassung und ermöglicht es die Regeln entsprechend umzusetzen.

Teamarbeit und Kommunikation im Vordergrund

Ich glaube, dass sich die Rolle und Bedeutung des Büros grundsätzlich ändern wird, dass das Büro nicht länger der Ort sein wird, wo Mitarbeiter*innen tägliche Routineprozesse abarbeiten. Diese Tätigkeiten sind längst ausgelagert, sei es durch die IT oder durch Outsourcing an Dienstleister. Stattdessen wird sich das gemeinsame Büro zu einem „Hub & Home“ entwickeln, wie wir es bei CSMM nennen. Als „Home“ bietet es der Belegschaft eine Unternehmensheimat und vermittelt Zugehörigkeit. Zudem dient es als „Hub“, als Dreh- und Angelpunkt, an dem Kollegen zusammenkommen, um kreativ zu sein und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Wir sind außerdem überzeugt, dass das Multi-Space als Möglichkeitsraum das Raumkonzept der Zukunft darstellt. Hier stehen die Teamarbeit und die Kommunikation im Vordergrund. Unsere Möglichkeitsräume schaffen einen flexibel auf die Bedarfe anpassbaren Rahmen für verschieden gestaltete Begegnungs- und Rückzugszonen, wobei der Fokus auf der Begegnung liegt. Letztlich geht es um internes Co-Working. Die Komplexität der Arbeitswelt nimmt ja stetig zu. Längst sind es nicht mehr einzelne Personen, die an einem Projekt oder einer Aufgabe arbeiten, sondern Teams. Das erfordert agile Strukturen, in denen man unkompliziert zusammenkommen, sich aber auch wieder zurückziehen kann. So entsteht ein Wechselspiel aus kommunikativer Team- und konzentrierter Einzelarbeit, das räumlich abgebildet werden muss.

Wie das konkret aussehen kann, wird man unternehmens-, abteilungs- oder sogar teamspezifisch lösen. Genauso wie man für jedes Team, jedes Unternehmen spezifisch klären muss, in welchem Umfang man den Mitarbeitern*innen Homeoffice anbietet. Manche Unternehmen arbeiten in Wechselteams, die in einem regelmäßigen Turnus entweder geschlossen zuhause oder geschlossen vor Ort arbeiten, dabei aber keine räumliche Überschneidung mit anderen Teams haben. Dadurch werden Einzelarbeitsplätze frei, die man umnutzen kann, zum Beispiel für Teamräume. Wechselarbeitsplätze werden auch deshalb eine immer größere Rolle spielen.


CSMM versteht sich als Architektur- und Beratungsunternehmen, das sich auf zukunftsweisende Arbeitswelten und Büroimmobilien spezialisiert hat. Damit ist CSMM seit 18 Jahren national wie international sehr erfolgreich und heute eine der führenden Adressen in diesem Segment. CSMM begleitet sowohl Vermieter*innen und Eigentümer*innen als auch Mieter*innen und Nutzer*innen von Gewerbeimmobilien bei allen kreativen sowie ökonomischen Entscheidungen rund um die Immobilie und das maßgeschneiderte Bürokonzept. 

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