Apple hat die Nase vorn

Ein Novum in der Börsengeschichte: Wie Handelsblatt und Financial Times übereinstimmend berichten, ist der Börsenwert aller DAX-Unternehmen zusammengenommen niedriger als der des US-amerikanischen Konzerns Apple alleine. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Deutschland als eine der größten europäischen Volkswirtschaften von anderen Ländern abgehängt wird.

Doch welche Gründe hat dies? Und was können deutsche Unternehmen tun, um der Konkurrenz aus dem Ausland standzuhalten?

Bjoern Klaas, Vice President und Managing Director von Protolabs Europe

Bjoern Klaas, Vice President und Managing Director von Protolabs Europe kommentiert:

„Was sich zunächst nach einem Erdrutsch an den Börsen anhört, ist in Wirklichkeit eine Folge der Schwierigkeiten deutscher Industrie- und IT-Unternehmen sich an den Boom neuer Technologien anzupassen, um weiterhin international wettbewerbsfähig zu bleiben. Trends und Themen wie Digitalisierung und moderne Herstellungsverfahren gingen lange Zeit an den wichtigsten deutschen Unternehmen vorbei und auch in der Politik werden zukunftsträchtige Themen oft zu zögerlich angegangen. Gleichzeitig hat sich der Innovationsdruck und die Konkurrenz in der modernen Wirtschaftswelt weiter verstärkt und verlangt von Entscheidern und Verantwortlichen Weitsicht und tiefgreifende Einblicke in die heutigen technologischen Möglichkeiten.

Wichtige Aspekte sind dabei die Bereitschaft sich schnell mit neuen Themen auseinandersetzen und vor allem die Flexibilität auch in kurzer Zeit auf neue Marktentwicklungen reagieren zu können. Dabei ist es besonders wichtig, dass die vorhandene Innovationskraft hierzulande schnell in tatsächliche Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden kann. Entscheidend hierbei sind verkürzte Zeiten bis zur Markteinführung und die Möglichkeit Produkte schnell an neue Gegebenheiten anpassen zu können. Speziell bei der Herstellung von Prototypen merken wir bei Protolabs, dass es in Deutschland nicht an Innovationskraft mangelt. Vielmehr besteht die Schwierigkeit darin, neue Produkte schnell und effizient auf den Markt zu bringen. Wenn von der Idee bis zum fertigen Produkt Monate vergehen, ist die Konkurrenzsituation meist bereits aussichtlos.

Für deutsche Unternehmen bedeutet dies, dass eine stärkere Konzentration auf Kooperationen mit Spezialisten im Bereich der Entwicklung neuer Produkte liegen muss. Technologien wie eine automatisierte Machbarkeitsanalyse und Rapid Prototyping sind längst vorhanden und werden bereits heute verstärkt nachgefragt.

Schlussendlich muss aber klar sein, dass Unternehmen diese Möglichkeiten auch aktiv nutzen sollten, um dem gestiegenen Innovationsdruck und der internationalen Wettbewerbslage entgegentreten zu können.“

Aufmacherbild / Quelle /vLizenzSkulptur Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse
von Reinhard Dachlauer.
CC BY-SA 2.5

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