Die TREND-REPORT-Redaktion spach mit Martin Bressem, Geschäftsführer der Brick Spaces GmbH, über Pop-up-Stores und den Erlebnisdrang des Menschen.

Welche Vorteile bieten Pop Up-Stores?
Pop Up-Stores bieten die Möglichkeit, neuen oder saisonalen Konzepten einen Raum der Verwirklichung zu geben. Dabei müssen Flächen nicht mehr für drei, fünf oder zehn Jahre angemietet werden, sondern es sind auch nur wenige Tage oder Wochen möglich. Gerade in Zeiten von ständigem Wandel, bieten kurzzeitige Stores eine optimale Lösung, um neue Technologien und Ideen auszuprobieren. Pop Up-Stores sind flexibel und schnelllebig; sie bieten Möglichkeiten, einen neuen Weg einzuschlagen und Marketing- und Event-Komponenten mit einzubeziehen, um Marken und Produkte erlebbarer zu machen. Pop Up Stores senken zudem die Hürde für den Einstieg im stationären Handel. Durch das kleinere Risiko können so auch Startups und junge Unternehmen im physischen Handel stattfinden.

Welche Kundengruppen sprechen Sie mit Ihrem Marktplatz an?
Das lässt sich gar nicht so wirklich eingrenzen. Prinzipiell sind wir für jeden der richtige Ansprechpartner, der sich mit einem Pop Up-Store ausprobieren möchte. Von der Einzelperson, die beispielweise ihren handgemachten Schmuck präsentieren will, über aufkommende Start-Ups wie Ankerkraut, bis hin zu großen Unternehmen wie beispielsweise Jaguar Land Rover arbeiten wir gerne mit jedem zusammen, der frischen Wind in den Einzelhandel bringen will. Durch unser starkes Netzwerk haben wir Spaces in jeder Preisklasse und Lage anzubieten. Unser Steckenpferd sind jedoch die 1A-Lagen.

Für welche Zeiträume kann ein Standort gemietet werden?
Das ist ganz flexibel zu sehen. Prinzipiell sagen wir, dass es möglich ist, Spaces zwischen 1 und 365 Tagen zu mieten. Und wer weiß, wenn es gut läuft gibt es möglicherweise auch die Option, den Space darüber hinaus langfristig anzumieten.

Wie viele Standorte bieten Sie an und wo befinden sich diese?
Wir bieten mehr als 1.700 Spaces in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden an. Vor allem in Großstädten haben wir eine größere Auswahl an Spaces als in kleinen Städten. Das hängt auch mit der höheren Nachfrage ab. Unsere guten Verbindungen zu Top-Maklern, der Aachener Grund und Art-Invest, bieten uns Zugang zu exklusiven Flächen in 1A-Lagen der Metropolen Deutschlands.

Der richtige Standort für das richtige Business. Welche Objekte bieten Sie an?
Aktuell beraten wir unsere Kunden hinsichtlich der Flächenauswahl primär auf Basis unseres langjährigen Know-Hows und strategischen Netzwerks. Wir haben jedoch bereits erste Projekte realisiert, bei denen wir auf GPS- und WiFi-Daten zurückgegriffen haben, um den richtigen Standort zu definieren. Durch diese Datenintelligenz können wir Zielgruppen, Interessen und Frequenzen ableiten. In der Zukunft wollen wir diese Daten immer stärker in unserer Beratung integrieren, um den Kunden zielgerichtet sagen zu können, wo sie ihre Kunden am besten erreichen.

martin Bressem: Pop Up-Stores bieten Möglichkeiten, um Marken und Produkte erlebbarer zu machen.

Wieviel Abwicklungsarbeit kommt auf die Mieter zu?
Das kann man leider nicht pauschal beantworten. Es ist super abhängig von der Anfrage. Es gibt Anfragen, bei der die ausgewählte Fläche infrastrukturell schon alles mit sich bringt. Andere Spaces hingegen passen noch nicht ganz zum Stil des Kunden und es müssen noch Umbauarbeiten umgesetzt werden. Neben der Flächensuche und -anmietung kommt natürlich die operative Umsetzung des Konzepts auf den Mieter zu. Dies beinhaltet Punkte wie das Kreativkonzept, Ladenbau, Marketing, Visual Merchandising, Staffing, Payment, Retail Analytics und banale Dinge wie die Einholung von Genehmigungen unter Berücksichtigung des Brandschutzes. Wem das zu viel Arbeit ist, dem greifen wir natürlich gerne unter die Arme. Wir haben ein gutes Partnernetzwerk und eigene Expertise aufbauen können, mit dem wir jeden Store individuell gestalten und umsetzen können.

Wann eröffnen Sie selbst Ihren ersten Pop Up-Store und welche Technologien kommen dabei zum Einsatz?
Wir hatten Ende 2018 bereits den ersten eigenen Pop Up-Store erfolgreich realisiert und Lust auf mehr bekommen! Unser nächster Pop Up-Store unter neuem Namen „blaenk“ wird diesen Sommer in Düsseldorf auf der Schadowstraße mit einer Frequenz von ca. 1 Mio. Passanten pro Monat eröffnen. Dort kuratieren wir 20 Premium-Marken unter einem Dach aus den Branchen Fashion, Tech, Food, Accessories und Lifestyle. Bei der Auswahl der Marken legen wir besonderen Wert auf Innovationsgeist und Nachhaltigkeit. Wir haben etablierte Marken wie u.a. Vitra, Bang & Olufsen, Fitness First, und Startups wie Stryve und Vocier (bekannt durch “Die Höhle der Löwen“) dabei. Technologisch werden wir hier erstmalig unsere “Retail Analytics”-Lösung pilotisieren. In einem Dashboard können die teilnehmenden Marken individuell ihre Performance tracken: Passanten-Frequenz, Besucherzahl, Sichtkontakte der Marke und Anzahl der Käufer. Darüber hinaus können demographische Merkmale bei der Laufkundschaft wie z.B. Interessen und Herkunft dargestellt und bei den Besuchern das Alter sowie Geschlecht definiert werden. Durch GPS-, WiFi- und 3D-Kamera-Daten werden die Informationen datenschutzkonform und anonymisiert generiert und veranschaulicht. Mehr Infos finden Sie auf blaenk.com.

Weiterführende Inhalte:
https://brickspaces.de/

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  1. […] Welche Möglichkeiten gerade der stationäre Handel hat, um Kundendaten zu erheben, weiß auch Patri… Über ein Portal vermittelt sein Unternehmen Standorte für sogenannte Pop-up-Stores. Dabei müssen Flächen nicht mehr für drei, fünf oder zehn Jahre angemietet werden, sondern es sind auch nur wenige Tage oder Wochen möglich. „Gerade in Zeiten von ständigem Wandel bieten kurzzeitige Stores eine optimale Lösung, um neue Technologien und Ideen auszuprobieren“, so Bremmer. Um den richtigen Stand­ort für einen Store zu definieren, wurden bereits Projekte realisiert, die GPS- und WiFi-Daten nutzten. „Durch diese Datenintelligenz können wir Zielgruppen, Interessen und Frequenzen ableiten“, erläutert Bremmer. „In der Zukunft wollen wir diese Daten immer stärker in unserer Beratung integrieren, um den Kunden zielgerichtet sagen zu können, wo sie ihre Kunden am besten erreichen.“ Unter dem Namen „blaenk“ plant Brick Spaces selbst, diesen Sommer einen Pop-up-Store zu eröffnen. „In einem Dashboard können die teilnehmenden Marken individuell ihre Performance tracken“, gewährt Brem­mer einen Einblick in die dort pilotisierte „Retail Analytics“-Lösung. „Pas­­santen-Frequenz, Besucherzahl, Sichtkontakte der Marke und Anzahl der Käufer. Darüber hinaus können demografische Merkmale bei der Laufkund­schaft, wie z. B. Interessen und Herkunft, dargestellt und bei den Besuchern das Alter sowie Geschlecht definiert werden. Durch GPS-, WiFi- und 3-D-Kamera-Daten werden die Informationen datenschutzkonform und anonymisiert generiert und veranschaulicht.“ […]

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