Page 25 - TREND REPORT Juni 2019
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TREND REPORT Juni 2019 | Future Store 25 Implementierungsgrad von künstlicher Intelligenz in Europa Stufe 1: Analytics Stufe 2: künstliche Intelligenz |   keine Anwendung Pilotierung funktionsspezifische Anwendung unternehmensweite Anwendung Künstliche Intelligenz und Facial Recognition entscheiden über die Zu- kunft des stationären Handels. ihrer Umsetzung bisher bedeckt. We- der Paypal noch Paydirekt noch Mas- tercard haben sich auf Anfragen bisher dazu geäußert. Visa teilte immerhin mit, dass man mit Händlern, Finanz- instituten, Handelsverbänden und Re- gulierungsbehörden in Europa zusam- menarbeite, „um sicherzustellen, dass es eine ausreichende Flexibilität bei der Einführung gibt und weder Verbrau- cher noch Händler beeinträchtigt wer- den“. Selbst mit einer rechtzeitigen Einführung der Verfahren drohen je- doch Kaufabbrüche, sollten sich diese als zu schwerfällig erweisen und der Kunde nicht wie gewohnt zahlen kön- nen. Und das ausgerechnet in der Vor- weihnachtszeit. Stationärer Handel Als Geschenk braucht der stationäre Handel diese Regelung allerdings nicht betrachten. Zum einen sind die Gren- zen längst verwischt und viele Händler sind sowohl im Netz als auch auf Er- den vertreten; zum anderen hat er längst andere Möglichkeiten entwi- ckelt, um sich vom E-Commerce abzu- heben. Dabei setzt auch der stationäre Handel neue Technologien ein, die helfen, den Kunden besser zu verste- hen und zu begeistern. Über Smart- phone-Apps beispielsweise lassen sich ganz ähnliche Personalisierungsstrate- gien verwirklichen, wie es sie schon lange im E-Commerce gibt, und auf den Kunden zugeschnittene Angebote lassen sich erstellen. Während der On- Buchtipp Handbuch Handel mit Zukun  Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten wie Smart Services und digitale Ökosysteme und stellt den Handel vor große Herausforderungen. Die Autorengemeinscha  beschreibt mit dem „Handbuch Handel mit Zu- kun “ die Transformation der Branche im digitalen Zeitalter und stellt dabei die Veränderung der Customer Experi- ence Journey in den Mittelpunkt des Open-Content-Werks. In Form von Fall- beispielen und Interviews zeigen Ex- perten aus Forschung und Wirtscha  Strategien und Technologien auf, die aus dem Einkauf das Erlebnis Shop- ping machen. www.handel-mit-zukun .de droht. Waren Online-Händler in den letzten Jahren vermehrt bemüht, den Bezahlvorgang so einfach und  exibel wie möglich zu gestalten, setzt der Ge- setzgeber der Simplizität einen Riegel vor. Die sogenannte starke Kundenau- thenti zierung, die auch als Zwei-Fak- tor-Authenti zierung bezeichnet wird, ist Bestandteil der EU-Zahlungsdienst- richtlinie PSD2 und zielt darauf ab, Onlinezahlungen sicherer zu machen. Kunden müssen dann zwei der drei Faktoren Wissen, Besitz und Inhärenz vorweisen. Bei einer Kartenzahlung im Onlineshop beispielsweise kommt ne- ben der Abfrage der Kreditkartennum- mer, des Ablaufdatums und der Prüf- zi er noch ein weiterer Faktor hinzu, wie etwa die Eingabe einer PIN, die zuvor an eine App übermittelt wurde, oder die Bestätigung per Fingerab- druck. Vor allem für die Schar der klei- nen Shop-Betreiber ein nur schwer zu bewältigender Regulierungsaufwand. Der europäische Handelsverband Euro Commerce befürchtet entsprechend mit Einführung der Regelung „erhebli- che Störungen“ im E-Commerce und äußert „starke Bedenken“, dass alle Ak- teure im Zahlungsverkehr rechtzeitig fertig seien. Tatsächlich halten sich selbst viele Zahlungsanbieter bezüglich Brand Building für die Zukunft nahmen machen eben kein Brand Building aus. Tatsächlich gelingt es immer weniger Marken, die Konsu- menten langfristig zu überzeugen. Und der Anteil an Produktsuchen, bei denen der Markenname ein Teil der Anfrage ist, geht zurück. „Damit Brand Building heute funktioniert, müssen sich Markenverantwortliche verstärkt mit dem Mindset der Kon- sumenten befassen“, mahnt Benner. „Insbesondere junge Konsumenten vertrauen Marken, die transparent sind und Haltung zeigen und auch gesellschaftliche Werte transportie- ren.“ Für die Zukunft bleibt zu ho en, dass diese verkündeten Werte dann mehr sind als Marketing. www.artus.com Noch zeigen Google, Amazon und Co. bei einer Produktsuche eine brei- te Produktauswahl an, doch im Zuge des Voice-Commerce wird sich das Angebot für Konsumenten massiv verkleinern. „Digitale Assistenten tref- fen eine Vorauswahl und empfehlen oft im ersten Schritt nur ein einziges Produkt zum Kauf – algorithmisch“, erklärt Patrick Benner, CEO der Digi- talagentur Artus Interactive. Für Marken bedeutet die Vorauswahl durch die KI einen drohenden Bedeu- tungsverlust. Verantwortliche sollten daher die bislang üblichen, oft auf Reichweite gerichteten Marketing- maßnahmen überdenken. Da der di- gitale Assistent in Zukunft maßgeblich zur Kaufentscheidung beiträgt, rückt er zwangsläu g in den Fokus des Marke- tings. „Für Marken ist es von Vorteil, wenn die gesprochene Anfrage des Konsumenten bereits den Markenna- men beinhaltet“, erklärt Benner. „Es macht nämlich einen Unterschied, ob der Konsument bei Alexa, Siri & Co. Zahnpasta bestellt oder Zahnpasta von blend-a-med.“ Deshalb nimmt Brand Building, also die Marke insgesamt auf- zuladen und für den Konsumenten rele- vant zu machen, an Bedeutung zu. Gleichzeitig verlieren die bekannten Push-Mechanismen der digitalen Mar- kenführung an Wirkung. Einzelne Maß- „Marken müssen sich verstärkt im Pull-Mindset der Konsumenten positionieren“, mahnt Patrick Ben- ner im Zuge des Voice-Commerce. Big Data 23 % 11 % 36 % 10 % 61 % 3 % 26 % Virtuelle Assistenten 14 % 4 % 28 % 54 % Natural Language Processing (NLP) 13 % 50 % 6 % 31 % Quelle: obs/BearingPoint GmbH/Infografik-Quelle: BearingPoint 30 % Prozessautomatisierung & Smart Robotics 18 % 55 % 6 % 21 % Machine & Deep-Learning 


































































































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