Page 23 - TREND REPORT Juni 2019
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TREND REPORT Juni 2019 | Digitaler Arbeitsplatz 23 bei ist, sich langsam durchzusetzen, schreitet die technologische Entwick- lung immer schneller voran und die nächste Evolutionsstufe des Homo la- borans – des arbeitenden Menschen – wirft ihre Schatten voraus. Losgelöst vom menschlichen Makel der Fehleran- fälligkeit droht die neue Spezies der vernetzten Arbeitsroboter uns aus un- serem Arbeitsraum zu verdrängen. „Das Substitutionsrisiko bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass Aktivitäten ei- nes Mitarbeiters durch Digitalisierung, wie z.B. IT-Systeme oder Robotik, übernommen werden“, erklären Cars- ten Feldmann und Wieland Appelfel- ler in ihrem Aufsatz „Future of Work: Wie die digitale Transformation die Arbeitswelt verändert“. Die Professo- ren an der Fachhochschule Münster und Vorstände des Instituts für Prozessma- nagement und Digitale Transformation an der Münster School of Business er- läutern weiter: „Ein eher niedriges Substitutionsrisiko weisen kreative, so- ziale (empathische) und wissenschaftli- che Berufe sowie Professionen mit sen- somotorischen Fähigkeiten wie z.B. Physiotherapeut und Arzt auf. Demge- genüber haben Arbeitsplätze mit stan- dardisierten (Routine-)Aktivitäten mit niedriger Komplexität und geringen Quali kationsanforderungen ein ho- hes Substitutionsrisiko.“ Ähnlich sieht es auch Torsten Rehder, der eine Rela- tion zwischen Substitutionsrisiko und Hirnhälftenaktivität herstellt. Zukünf- tig wird es im Arbeitsleben vermehrt auf die Fähigkeiten der rechten Ge- hirnhälfte ankommen. „Komplexität handhabbar machen, Probleme analy- sieren, kreative Lösungen  nden, eige- ne Ideen entwickeln, verhandeln, über- zeugen und motivieren“, zählt er auf. Völlig brachliegen soll indes die linke Hälfte nicht. Schließlich wer- den gerade durch die Digitalisierung Programmierkenntnisse immer wichti- ger. So sprach unsere (Noch-)Kanzle- rin schon anlässlich der CeBIT-Erö - nung 2017 davon, dass „die Vermitt- lung der Fähigkeit zu programmieren als eine Grundfähigkeit neben Lesen, Schreiben und Rechnen“ in unser Bil- dungssystem zu integrieren sei. Über das bloße Aneignen von Pro- grammierfähigkeit hinaus geht die Idee des „Computational  inking“. Dar- unter wird die Kompetenz verstanden, „Aspekte realweltlicher Probleme zu identi zieren, die für eine (informatische) Modellierung geeignet sind, algorith- mische Lösungen für diese (Teil-)Prob- leme zu bewerten und selbst so zu ent- wickeln, dass diese Lösungen mit einem Computer operationalisiert werden kön- nen“, gibt eine Internetseite des For- schungsprojekts „Computational  in- king“ am Institut für Erziehungswis- senschaften der Universität Paderborn eine De nition. Wer selbst wie ein Com- puter denkt, kann im Zusammenspiel mit Computern Großes bewirken, glau- ben die Befürworter des Ansatzes. Eine KI ist in der Lage, Lösungen zu  nden und Fragen zu beantworten, doch es obliegt immer noch dem Menschen, die richtigen Fragen zu stellen. Ein ge- „ Es obliegt immer noch dem Men- schen, die rich- tigen Fragen zu stellen. “ nerelles Substitutionsrisiko für mensch- liche Arbeit existiert also nicht. „Die Angst, dass menschliche Arbeit ma- schinell ersetzt werden könnte, gab es bereits bei der ersten industriellen Re- volution“, beruhigen auch Feldmann und Appelfeller am Abschluss ihres Aufsat- zes. „Ein Ende der Arbeit wird es auch diesmal voraussichtlich nicht geben. Eine zentrale Aufgabe für die Unter- nehmen und ihre Mitarbeiter besteht darin, die Arbeitsplätze rechtzeitig um- zugestalten und Quali kationen anzu- passen.“ Digitales Enablement betri t also Unternehmen und Mitarbeiter. #NewWork #Automatisierung #künstlicheIntelligenz Mobiles Echtzeitreporting Kerstin Götz, Geschäftsführerin Troi GmbH, im Hintergrundgespräch mit der Redaktion über die VUCA-Welt und New-Work-Konzepte für Agen- turen „Für die neue VUCA-Welt gilt es mit geeigneten Systemen und Prozessen gewappnet zu sein“, betonte Kerstin Götz eingangs unseres Gespräches. Agenturen müssen heute ein schwan- kendes Projektgeschäft e zient und strukturiert planen. In diesem Kontext spielen New-Work-Konzepte und Work-Life-Integration zudem eine im- mer entscheidendere Rolle. Zusätzlich zu einer teilweise undurchsichtigen Projektlage kommt also die Organisa- tion von Ressourcen über Remote- Konstellationen oder  exible Arbeits- zeitmodelle. „Diesen Herausforderungen kann Rechnung getragen werden durch eine umfassende und vor allem smar- te System-Lösung, die Mitarbeitern zum einen die Kollaboration erleich- tert und zum anderen wichtige Infor- mationen für unternehmensrelevan- te Entscheidungen liefert“, erklärte uns dazu Kerstin Götz. Die Anwen- dungsexpertin für All-in-One-Agen- turlösungen verbindet Software mit Consulting und punktet mit über 17 Jahren Erfahrung und mehr als 650 Kunden aus der Branche. Um RPA umzusetzen, sind alle Prozesse mit der Lösung automatisierbar – von der Projektakquise bis zur Abrech- nung. Kerstin Götz ergänzt in diesem Kontext: „In Troi ist der Projektwork-  ow ein durchgängiger Prozess, der mit der Projektkalkulation beginnt und mit einer vorbereitenden Buch- haltung endet.“ Auf unsere Frage hin, welchen Stellen- wert das Echtzeitreporting in unserer „agilen Zeit“ in diesem Kontext für die Agenturlandschaft einnehmen würde, zeigte uns Kerstin Götz auf: „Um eine Agile Planung basiert auf rele- vanten Echtzeitdaten. agile Entscheidungs ndung zu för- dern, ist es unabdingbar, aktuelle Un- ternehmens-Daten 24/7 parat zu ha- ben. Gerade hier liegt die Herausfor- derung für Unternehmen. Denn nicht immer sind die so entscheidenden Daten in der Kürze der Zeit verfügbar. Oder sie müssen entsprechend aufbe- reitet werden, um ein aussagekräfti- ges Reporting zu ergeben.“ „Aus diesem Grund haben wir ein mobiles Echtzeitreporting gescha en, das immer den aktuellen Projektstand, die Teamperformance sowie die Um- satz- und Margenentwicklung auf- zeigt“, erläutert Götz und fährt fort: „Unsere App ist die logische Erweite- rung zu Troi, die den Funktionsumfang der Weblösung vollumfänglich nutzt, um diese in aussagekräftigen Dash- boards zu visualisieren. Die Grundlage für die Daten speist sich komplett aus dem Troi-System und wertet diese transparent in Echtzeit aus.“ Ebenso können Projekt- und Arbeits- zeiten einfach erfasst und ausgewer- tet werden. Damit müssen sich Agen- turen über die aktuellen Entwicklun- gen bzgl. der Arbeitszeiterfassung keine Gedanken mehr machen. Götz ergänzt abschließend: „Die Zeiterfas- sung ist bei uns ein fest integrierter Bestandteil – gerade in Anbetracht einer New-Work-Arbeitswelt.“ www.troi.de/live 


































































































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