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22 Digitaler Arbeitsplatz | Juni 2019 TREND REPORT trendreport.de New Work, KI & IoT KI, IoT-Technologien und auch die Unternehmenskultur sollten an dem ausgerichtet sein, um das es wirklich geht: den Menschen. Denn am Ende muss der Mitarbeiter die ihm gegebe- nen Werkzeuge, nämlich die Technolo- gie, als sinnvoll erachten und den Mehrwert erkennen, damit er sie ein- setzt. http://trendreport.de/new-work/ Empathische KI Eine aktuelle Studie von PegaSys- tems bringt es auf den Punkt: Der Ein- satz von KI schwächelt aufgrund feh- lender Empathie der Algorithmen. Doch das ändert sich gerade. So forscht zum Beispiel das KIT daran, wie Com- puter Stimmungen von Mitarbeitern und Kunden wahrnehmen können. Dies schafft neue Potenziale in Field- Service und Support. allerdings auf Basis einer separaten vir- tuellen Rechenkapazität. Die Vermessung der Flexibilität Durch die Arbeit in der Cloud hat sich die einst fest  xierte Büroarbeitszeit im di usen Begri  der Vertrauensarbeit verloren. Da die Leistungsanforderung nun nicht mehr in Arbeitszeit bemes- sen ist, entsteht allzu oft ein Angstge- fühl, diese ohne entsprechende un- sichtbare Mehrarbeit nicht länger er- füllen zu können. „Das Gericht schiebt der Flatrate-Arbeit einen Riegel vor – richtig so“, bejubelte DGB-Vorstands- mitglied Annelie Buntenbach entspre- chend die vor kurzem getro ene, höchst- richterliche Anordnung. Mit Urteil vom 14. Mai entschied der Europäische Ge- richtshof (EuGH), dass Arbeitgeber ein System einrichten müssen, womit die tägliche Arbeitszeit der Mitarbeiter ge- messen werden kann. Dies gilt auch für Mitarbeiter im Außendienst oder in Projektteams. Der mediale Aufschrei von Unternehmern und Digitalisierungsex- perten war entsprechend groß. Uniso- no sieht man einen Rückschritt für die digitale Arbeitswelt und Arbeitszeitge- setze unvereinbar mit  exiblen Arbeits- zeitmodellen. Dass dem nicht so sein muss, be- weist die Troi Live App. Die App rich- tet sich speziell an Agentur-Mitarbeiter und erleichtert dort die Erfassung von Aufwänden. Dabei ermöglicht sie nicht nur ein automatisches Check-in und Check-out zur Arbeitszeiterfassung, vielmehr bildet sie den gesamten Pro- jektalltag ab. „Sowohl die Kalkulation, die Erstellung und Zuweisung von Projektaufgaben als auch die zeitliche Planung erfolgen über das System“, er- läutert Kerstin Götz, Geschäftsführe- rin der Troi GmbH. Die gesamte Kun- denhistorie kann dabei im System da- tenschutzkonform dokumentiert wer- den. Durch die Projektkalkulation und die erfassten Aufwände erfolgt zudem ein automatisiertes Projektreporting. „Der Projektverantwortliche kann so immer steuern, ob das Projekt noch im Budget und im Zeitplan liegt“, so Götz. Ein projektübergreifendes Re- porting bietet zudem gerade für Füh- rungsverantwortliche ein wichtiges Steuerungsmodul. „Hier wird in Echt- zeit das aktuelle Ergebnis über alle Pro- jekte hinweg ausgewiesen.“ Future Work Während der vernetzte, voll digitali- sierte und mobile Mitarbeiter noch da- Working out loud – – sondern auch darüber re- d den: Dafür steht das Kon- z zept des „Working out loud“. Bryce Williams hat dies bereits 2010 folgendermaßen beschrieben: „Wor- king out loud = Observable work + Narrating your work“. Mit anderen Worten: Lässt man seine Kolleginnen und Kollegen an der eigenen Arbeit partizipieren, kann die gesamte Orga- nisation daran lernen. http://trendreport.de/wol Nicht nur die Arbeit machen N Intelligente Schichtplanung mit KI Die Redaktion im Gespräch mit Per Kaminsky, Leiter IT bei Hawk Intelligent Technologies GmbH, über die Her- ausforderungen für Unternehmen mit hoher Planungskomplexität im Kon- text der industriellen Schichtplanung Schichtplaner in Produktionsunterneh- men stehen vor der Herausforderung, auf Arbeitszeit exibilisierung, schwan- kende Nachfrage und die Bedürfnisse der Mitarbeiter adäquat zu reagieren. „Das muss sich in den Schichtplänen wi- derspiegeln“, betonte Per Kaminsky ein- gangs des Gespräches. Darüber hinaus muss der Schichtplaner auf alle kurz- fristigen Änderungen schnell und  e- xibel mit Planänderungen reagieren und dabei alle komplexen Abhängigkeiten, die sich z.B. aus den gesetzlichen Be- stimmungen, Abwesenheiten, Maschi- nen- und Mitarbeiterausfällen ergeben, au ösen. Gleichzeitig stehen immer auch Personalkosten und Produktivi- tät der Belegschaft auf dem Prüfstand. „Die intelligente Schichtplanung ist da- durch gekennzeichnet, dass der Schicht- planer von einem auf KI basierenden Assistenten-System unterstützt wird, um schnell und e zient auf die sich ständig ändernden Situationen reagie- ren zu können und auch die immer komplexer werdenden Abhängigkei- ten au ösen zu können“, betonte da- bei Per Kaminsky im Hintergrundge- spräch mit unserer Redaktion. Selten würde man die perfekte Lösung  n- den, daher wäre es wichtig, dass der Planer verschiedene Varianten von mög- lichen Mitarbeiterbelegungen erhält (in- klusive der Unterschiede und Bewertun- gen dieser Lösungen). Kaminsky fährt fort: „Hierfür erstellt die künstliche In- telligenz in getaiplan Vorschläge für potenzielle Schichtbelegungen in Ab- hängigkeit der vom Planer eingestell- ten Gewichtungen für z.B. Vollbeset- zung oder Berücksichtigung von Mit- arbeiterwünschen.“ Die automatische Mitarbeiterbelegung in getaiplan basiert auf einer KI-gestütz- ten Optimierung und verbessert damit die klassischen Methoden aus der Ope- rations-Research. Das selbstlernende KI-Verfahren verwendet dafür Elemen- te aus dem Bereich des Reinforcement Learnings. Zusammengefasst vernetzt getaiplan sowohl die Führungskräfte mit den Mitarbeitern als auch die Mitarbeiter untereinander. Der gesam- te Planungsprozess wird dezentralisiert. Der Aufwand für Umplanungen wird durch die KI-gestützte Methodik von teilweise Stunden auf Minuten redu- ziert. Änderungen werden automatisch kommuniziert. Planungsfehler und teu- re Maschinenstillstände durch fehlen- des Personal werden minimiert. Neue Kapazitäten bei Ihren Führungskräften werden gescha en. Mithilfe der getai- plan-App können sämtliche Transaktio- nen, wie beispielsweise Abwesenheits- anträge oder Schichttausch, initiiert werden. Das Ergebnis ist maximale Prozesssicherheit bei einer Zeitersparnis in der Planung von bis zu 30 Prozent. Durch die Integration von Zeitarbeits-  rmen kann ein weiteres Einsparungs- potenzial durch die Reduzierung von Systembrüchen realisiert werden. www.hawk-intech.com Per Kaminsky: „Die intelligente Schichtplanung ermöglicht durch den KI-Einsatz eine Einsparung von bis zu 30 Prozent beim Planungsaufwand.“ 


































































































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