Page 19 - TREND REPORT Juni 2019
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TREND REPORT Juni 2019 | Wachstum durch KI 19 che in der Intransparenz, die es zu überwinden gilt. Er fordert, darauf zu achten, nur eine sogenannte White- Box-KI einzuführen. So wäre gewähr- leitstet, dass die von der KI-Entschei- dung Betro enen gegebenenfalls fun- diert widersprechen können. Den Stellenwert der Transparenz unter- streicht auch Prof. Gruhn von adesso: „Wenn Menschen den Eindruck ha- ben, Maschinen in einem kafkaesken Szenario ausgeliefert zu sein, werden sie kaum o en sein für die positiven Aspekte von KI. Mit Algorithmen lässt sich schlecht diskutieren.“ KI und IT-Security Zuletzt müssen auch die Bedenken um den Datenschutz ernstgenommen wer- den. „Sie müssen entweder die erfor- derlichen Einwilligungen bei den Kan- didaten einholen oder durch Anony- misierung und Pseudonymisierung der Daten dafür sorgen, dass sie diese nut- zen können,“ so Seevogel. Die Forschung von Anonymisierungs- und Pseudonymisierungsverfahren sol- len genau deshalb auch dem Willen der Bundesregierung nach weiter vorange- trieben werden. Laut Strategiepapier sollen hier überzeugende Modelle ent- wickelt werden, damit die Bürger be- reit sind ihre Daten auch zu For- schungszwecken zur Verfügung zu stel- len. Zusätzlich sollen Daten künftig synthetisch erstellt werden und Unter- nehmen sollen, unter Einbindung der Kartellbehörden, untereinander „Da- tenpartnerschaften“ eingehen können. Natürlich müssen die Daten auch vor Cyberangri en geschützt sein, um nicht in die Hände unbefugter Dritter zu gelangen. Dabei können KI und Machine Learning selbst genutzt wer- den, um die Sicherheit signi kant zu erhöhen. Beispielsweise können Ano- malien so schneller erkannt und ent- sprechende Gegenmaßnahmen ergrif- fen werden. Andererseits können aber auch Cyberkriminelle künstliche Intel- ligenz nutzen, um beispielsweise Schwachstellen, die für einen Angri  genutzt werden können, schneller auf- zu nden. „Zwischen Angreifern und Verteidigern der IT-Sicherheit entfacht die KI einen neuen Wettlauf“, beob- achtet Jörn-Müller Quade, Inhaber des Lehrstuhls für Kryptographie und Si- cherheit am KIT. „Unternehmen und Behörden müssen deshalb rasch ent- sprechende Kompetenzen aufbauen und in neue Technologien investieren.“ IT-Sicherheit ist schließlich auch ein integraler Bestandteil digitaler Souve- ränität, dessen Wahrung für Prof. Han- selka Grundvoraussetzung ist, „damit die Industrie Vertrauen in KI gewinnt. Er fordert, „dass wir unser Wissen rasch für neue KI-Anwendungen und Geschäftsmodelle nutzen, denn ler- nende Systeme sind ein zentraler Wettbewerbsfaktor für die Zukunfts- fähigkeit des Innovationsstandortes Deutschland.“ #KI #Automatisierung #künstlicheIntelligenz Open Content: TREND REPORT für Sie Kopieren und verwenden Sie doch einfach die für Sie interessanten K I I nhalte aus TREND REPORT für Ihre Webseite oder teilen Sie unsere Re- n p portagen mit Ihren Geschä spartnern, Freunden und Kunden. S Schulen und Lehrkrä e nutzen unsere freien Inhalte für ihren Wirt- scha sunterricht und experimentieren mit Interviews und Gastbeiträgen. Sie dürfen das Material remixen, verändern und darauf aufbauen. Alle Inhalte aus TREND REPORT sind aus diesem Grund unter einer gemeinfreien Textlizenz (CC BY-SA 4.0 DE oder CC BY-ND 4.0 DE) von unserer Redaktion verfasst worden. Speziell auch für den kommerziellen Einsatz! Sie finden die Bedingungen im Impressum auf Seite 2 und unter http://creativecom- mons.org Employee Engagement mit künstlicher Intelligenz Investitionen in Mitarbeiter zahlen sich aus. Wer für seinen Arbeitgeber „brennt“, ist produktiver, bringt mehr Ideen ein und wagt öfter etwas Neu- es. Allerdings könnten Arbeitgeber das Thema Employee Engagement ernster nehmen. Eine KI-Technologie soll die Wende bringen. Untersuchungen des britischen Bera- tungsunternehmens Aon Hewitt bele- gen einen direkten Zusammenhang zwischen Employee Engagement und Unternehmensgewinn. Organisationen, die über ein hohes Employee Engage- ment verfügen, sind produktiver bei einer geringeren Fluktuation, was sich in einem um bis zu drei Prozent höhe- ren Gewinn niederschlägt. Dennoch fühlt sich hierzulande nur ein kleiner Anteil von 15 Prozent der Arbeitneh- mer seinem Arbeitgeber verbunden, wie aus dem Gallup Engagement In- dex des Jahres 2018 hervorgeht. Wer versteht, was die eigenen Leute motiviert und sie inspiriert, hält also den Schlüssel zu einem erfolgreichen,  orierenden Unternehmen in der Hand. Dazu müssen Arbeitgeber bei ihren Mitarbeitern nachfragen. Häu g be- auftragen Organisationen Berater, die Mitarbeiter interviewen und aus deren Antworten Handlungspläne ableiten. Doch das ist kostenintensiv und zeit- aufwendig. Kostengünstiger und schneller sind digitale Mitarbeiterbe- fragungen, doch mangelt es diesen oft an nötiger Tiefe. Abhilfe verspricht eine Software- Lösung, die alle Parameter berück- sichtigt, auf die es im Unternehmen ankommt, nämlich E zienz, über- schaubare Kosten und tiefgründige Analysen. Das Zauberwort dahinter heißt: „Na- tural Language Processing“ (NLP) und ist das Teilgebiet der künstlichen Intel- ligenz, das sich mit dem Verständnis natürlicher Sprachen auseinander- setzt. Mitarbeiter beantworten Fragen, indem sie vorgegebene Antworten an- klicken und Freitextfelder ausfüllen. Algorithmen untersuchen daraufhin das Feedback und geben somit schnell Einblicke in die Ergebnisse. Umfragen sind auf diese Weise schnell erstellt, frei kon gurierbar und über jedes Endgerät zugänglich. Zusätzlich können Befragungen jederzeit unter- brochen und wieder fortgesetzt wer- den. Auf diese Weise können Mitar- beiter genau dann antworten, wenn sie sich auch die Zeit dafür nehmen können. Dank NLP kann umfassende- res Feedback von Mitarbeitern als mit einem einfachen Multiple-Choice- Fragebogen gewonnen werden. Da- mit können sich Mitarbeiter auch zu Themen äußern, die nicht explizit ab- gefragt werden. Das verscha t Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, denn sie können aus den Ergebnissen Mehrwerte für Mitarbeiter scha en. Davon pro tieren beide Seiten: Mitar- beiter sind hochmotiviert und fühlen sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verbundener. Arbeitgeber erfreuen sich an validen Ergebnissen – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. www.people-doc.de Wieland Volkert berichtet über KI- Technologien, die HR-Mitarbeitern wichtige Vorteile für das Em- ployee Engagement bringen. 


































































































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